Gesundheitskonzept
Die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgungsstrukturen in Rodgau bewegt die Kommunalpolitik und die Bürgerschaft schon seit einigen Jahren. Um den aktuellen und zukünftigen Bedarf an gesundheitlicher Versorgung, wie z.B. medizinische, pflegerische und therapeutische Angebote besser definieren zu können, hatte die Stadt das Instituts ASD Concepts aus Reinheim mit einer Gesundheitsversorgungsanalyse beauftragt. Ein zentrales Ergebnis war der allgemeine Wunsch nach mehr Austausch und Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen und mit der Stadt Rodgau. Daraus entstand das Gesundheitsforums als runder Tisch, an dem sich möglichst viele unterschiedliche Vertreter aus allen Bereichen der Gesundheitsversorgung in Rodgau beteiligen und austauschen können.
Das Gesundheitsforum trifft sich zwei bis drei Mal im Jahr. In diesem Gremium werden Projekte festgelegt, die anschließend in einzelnen Arbeitsgruppen mit Unterstützung des Institutes ASD Concepts und der Kommune weiterverfolgt werden.
Die wichtigsten Analyseergebnisse und Empfehlungen
Als Basis wurden Bevölkerungs- und Versorgungsdaten genutzt, es wurden alle Gesundheitsanbieter in Rodgau angeschrieben und Einzelinterviews geführt.
Schon heute fehlen in Rodgau statistisch 6,7 Hausärzte. Die Situation wird noch durch die bestehenden Praxen aufgefangen und es erfolgt teilweise eine Mitversorgung durch umliegende Kommune. Deutlicher Einwohnerzuwachs und ein steigender Prozentsatz älterer Bevölkerung erhöht den Druck auf die Gesundheitsversorgung.
Aus diesem Grund sind die Stärkung der hausärztlichen Versorgung und die Gewinnung von weiteren Fachärztinnen und Fachärzten für Allgemeinmedizin und Innere Medizin die wichtigsten Zielen des Gesundheitskonzeptes.
Dazu werden attraktive Umfeldbedingungen geschaffen und Unterstützungsmaßnahmen durch die Kommunen in Begleitung des Institutes ASD Concepts umgesetzt.
Statistisch betrachtet ist die fachärztliche Versorgung aktuell im gesamten Kreis Offenbach gesichert. Das Bestreben ist dennoch die Rodgau weitere Fachärzte anzusiedeln, um gerade für die ältere, immobile Bevölkerung lange Wege zu Fachärzten zu vermeiden. Ein weiter steigender Bedarf an Fachärzten ist zukünftig durch das Wachstum der Stadt und die Altersstruktur zu erwarten.
Laut den Analysenergebnisse sind vor allen folgende Facharztgruppe gefragt:
- Kinderärzt*innen
- Augenärzt*innen
- Hautärzt*innen
- Neurolog*innen
Da es im Planungsbereich der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zur Zeit keine offenen fachärztlichen Sitze für Rodgau
(Versorgungsaufträge) gibt, ist ein Ausbau der fachärztlichen Versorgung nur durch Zweigpraxen, Verlagerung oder Übernahme von Sitzen oder Beantragung von Sonderbedarf möglich.
Im Rahmen des Gesundheitsforums werden interessierte, niederlassungswillige Fachärzte dabei unterstützt und begleitet sich in Rodgau anzusiedeln.
Der wachsende Anteil älterer Bevölkerung mit komplexen Versorgungsanforderungen erhöht den Bedarf an kombinierter medizinischer, pflegerischer, sozialer und psychischer Versorgung.
Menschen im mittleren Alter und die jüngere Generation erwarten einen schnellen und flexiblen Zugang zur medizinischen Versorgung sowie die Nutzung digitaler Angebote (eHealth)
Eine gute Vernetzung der Leistungserbringer und ein koordinierte fach- und sektorenübergreifende Betreuung sind deshalb eine wichtige Basis und Voraussetzung für den weiteren Ausbau und Optimierung der Gesundheitsversorgung. Einzelne Projekte werden im Rahmen von Arbeitsgruppen des Gesundheitsforums realisiert.
Die Anforderung junger Leistungsanbieter im Gesundheitswesen ändern sich. Teamarbeit, geregelte Arbeitszeiten, Attraktivität des Standortes sind wichtig.
Zukunfstrends
Der Trend geht weg von der Einzelpraxis, hin zu größeren Organisationen. Da nicht mehr genügend Nachwuchskräfte (Hausärzte, Pflegeberufe, Therapeuten, etc.) zur Verfügung stehen, konkurriert Rodgau mit anderen Städten und Regionen in der Umgebung.
Die Empfehlungen sind, zum einen attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen und diese auch nach außen hin darzustellen, um möglichst viele engagierte Ärzte und andere Leistungsanbieter zu gewinnen, sowie parallel die Zusammenarbeit und Effektivität der vorhandenen und zukünftigen Ressourcen zu stärken, um auch in Zukunft eine wohnortnahe umfassende Versorgung der Bevölkerung zu erreichen.
Aufbau eines Gesundheitsnetzwerks, das allen Gesundheitsanbietern offen steht, professionell gemanagt wird, sich regelmäßig trifft und interdisziplinäre Gesundheitsprojekte nachhaltig nach vorne treibt. Regelmäßige Treffen im Gesundheitsforum.
Aufbau von zwei vernetzten Gesundheitsversorgungszentren, jeweils eins im Stadtgebiet Süd und Nord, die die medizinische, pflegerische und soziale Versorgung verknüpfen, attraktive Umfeldbedingungen für junge Ärzte und andere Gesundheitsdienstleister schaffen, Anlaufstelle für die Bevölkerung und Mittelpunkt eines gemeinsamen Versorgungsnetzwerkes sind.
Gezielte und kontinuierliche Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgungstrukturen
- durch Unterstützung von Delegationsmodellen
- fachärztlichen Zweigpraxen
- Entwicklung von modernen Formen der Mobilität für die Gesundheitsversorgung im Stadtgebiet
- Abschluss von Versorgungsverträgen mit Krankenkassen für spezielle Erkrankungen und Zielgruppen
- Einsatz von eHealth = Nutzung moderner Medien im Dialog von Arzt zu Patient
Einsatz von zentralen Ansprechpartnern für Patienten und Bevölkerung wie Case- und Caremanagement
Gezielte und kontinuierliche Außendarstellung
- Internetseite
- Presseaktivitäten
- Gesundheitsveranstaltungen
Verstärkte Zusammenarbeit mit Kliniken, Universitäten, Kreis und anderen Kommunen